Castrop-Rauxel

Unverhofft kommt oft

21. Mai 2011
















Ein Teich, der bei uns besuchstechnisch bisher als Randerscheinung eingestuft war, rückte plötzlich in den Fokus. Und unser Ausflug begann schon auf eine besondere Weise. Einer Eingebung folgend, schlug ich vor, den grünen Weg durch das Ölbachtal zu fahren, auf dem wir dann (Zufall?) nach ein paar Metern zwei Fotografen vom NABU Lütgendortmund trafen. Ein sehr nettes Gespräch mit Felix Ostermann, ein paar Tipps wurden ausgetauscht, und wir beide strahlten. Ein paar weitere Meter, und ein Schmetterling kreuzte unseren Weg. Natürlich hielten wir an und folgten seinem Flug. Ein toller Bursche, leuchtete wie das Leben höchstpersönlich.

Da alle anderen Bilder vom C-Falter ihn nicht so leuchtend zeigen, suchten wir nach einer Erklärung:
Es gibt C-Falter, die überwintern und leuchten nicht so, wie die frisch geschlüpfte Generation.
Die Fliege auf dem Bild sah ich übrigens nicht - und: Das Foto ist unbearbeitet, ein Original.
Unsere nächste Entscheidung fiel zugunsten des Weges durch "Langeloh", ein Wald- und Naturschutzgebiet zwischen Gerthe und Castrop. Auch hier kamen wir nicht weit, weil uns ein weißter Schmetterling über den Weg flog - und sich hinsetzte. Ein Großer Kohlweißling, dessen Flügel bereits ziemlich abgeflogen sind.

Diesen Weg sind wir 2008 des öfteren gefahren, heute aber viel bewusster. So bogen wir am Ende des Waldweges (beim Hundesportverein) auch nicht nach rechts Richtung Hauptstraße ab, sondern hielten uns links auf einem Weg, der nicht mal befahrbar war - also schieben. Lohnenswert, weil wir hier Ruhe und Natur pur erleben konnten; ein echtes Idyll.

Obwohl wir an diesem Teich (rechtes Bild) keine guten Erfahrungen bei der Libellenbeobachtung machen konnten, schlug ich - mit wenig Hoffnung - vor, dort mal zu schauen.

























Susanne blieb im vorderen Bereich, wo einige Blaupfeile Revierflüge zeigten, und ich arbeitete mich langsam am rechten Ufer voran, ein unbequemer Weg. Als ich um die Biegung kam, machte mein Herz gleich einen großen Hüpfer: Eine Königslibelle, die erste für uns in diesem Jahr, flog jagend am Ufer entlang. Ich konnte sie nur - qualitativ natürlich ungenügend, im Flug fotografieren.

























Ein paar Meter weiter kam die nächste Überraschung: Ein Plattbauch-Männchen setzte sich vor mir auf einen Stock, der aus dem Wasser ragte. Voller Freude konnte ich auch das Weibchen entdecken. Ihr Paarungsversuch endete mit einem Zusammenstoß - direkt über meinem Kopf; kein schönes Geräusch.

mit zwei Silberreihern beim Abflug


Beinahe selbstverständlich sahen wir auch Pechlibellen, Azurjungfern und Granataugen - selbst ein Vierfleck setzte sich in Positur. Die Bilder kommen jetzt der Reihe nach weg, ebenso die Blaupfeile.

Dann sah ich noch eine dunkle, mir unbekannte Libelle, die, so meine ich gesehen zu haben, grüne Augen hat. Etwa eine Smaragdlibelle? Wäre eine Sensation. Die kam dann sicher eine Minute später, als ich am Uferrand saß: Eine leuchtend orange Libelle, die mir unbekannt, aber wunderschön war. Ich sagte: "Komm mal her zu mir", und sie kam und setzte sich etwa einen halben Meter entfernt auf einen Zweig. Ein kleiner Schock, und ich war froh, dass ich wenigstens ein Foto machen konnte, bevor sie wieder los flog. Zuhause konnten wir sie bestimmen: Eine Frühe Heidelibelle - neu in unserer Sammlung! Scheint so, als hätten wir zu Heidelibellen eine besondere Verbindung.


Plattbauch-Männchen

Plattbauch-Weibchen

Granataugen-Paarungsrad

Azurjungfern-Paarungsrad

Azurjungern-Pärchen im Tandem beim Ablaichen


Vierfleck-Männchen

Mit zwei Bildern endet der erste und sehr aufregende Teil unseres Ausflugs.

Silberreiher und Nilgänse

Suse und die Granataugen

Es war sehr warm an diesem Tag. Unser Fotografieren in der prallen Sonne forderte Tribut und zwang uns fort aus diesem kleinen Libellenparadies. Ein weiteres Glück auf dem Weg zu unserem Stammteich: Wir konnten einen Stieglitz und eine junge Elster fotografieren.

Ich fasse mich mal - es wurde wieder spät - kurz mit den restlichen Bildern, die wir am nächsten Teich machten. Hier dominierte mehr die Natur.

Lichtnelken

Stockenten-Familie beim Gründeln

Haldenblick - Zeche Erin

Blaupfeil-Männchen

Blaupfeil-Paarungsrad

Die letzte fotografische Freude bereitete uns ein klitzekleiner Schmetterling: Ein Wasserlinsenzünsler, den Susanne (mit ihren Adleraugen) sah und toll fotografierte.

Wir konnten heute ein weiteres Mal tief in das Wesen der Natur eintauchen. Unser Bewusstsein wächst - und macht etwas mit uns. Mal sehen, wohin die Reise geht.


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