Freunde

Manfred und Nanette

Liebe Grüße und einen herzlichen Dank senden wir Euch beiden mit diesem wunderbaren Gedicht von

Werner Bergengruen

"Die Meise"

Könnte ich dir sagen, kleine Meise,
wie ich dir so wohl gewogen bin!
Lockend vor dem Fenster liegt die Speise,
doch du Ängstliche wagst dich nicht hin.



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Und wie oft du hurtig angeflogen,
zitternd zwischen Bängnis und Begehr,
jedes Mal hat's dich zurückgezogen
und gezwungen doch zur Wiederkehr.

Immer wohl im winz'gen Flügelleibe
wird das Herz dir vor Erschrecken kalt,
siehst du durch die unbegriffne Scheibe
düster meine riesige Gestalt.

Jetzt! Im Fluge griffest du die Beute,
birgst sie flink im Zweigicht und Genist.
Wüsstest du, dass ich die Nahrung streute
ohne Feindschaft, ohne Hinterlist,



Ihr in Wipfeln und in grauen Nestern,
Ruhelose zwischen Flucht und Schmaus,
kleine Meisen, meine scheuen Schwestern,
wie getreu sprecht ihr mich selber aus!

Allenthalben ist SEIN Tisch gerichtet,
weißes Brot und schwarzer Wein im Krug,
Süß und Bitter wird mit zugeschichtet,
und der große Wirt ist ohne Trug.

Ach, es bangte mir vor keinem Grimme
und mich drückte keine Kümmernis,
ach, verstünde ich nur seiner Stimme
stille Ladung: Nimm getrost und iss.


dass du Gerngeschenktest fortgetragen
fürchtig wie gestohlenen Gewinn –
kleine Meise, könnte ich dir sagen,
wie ich dir so wohlgesonnen bin!

Ach, es bangte dir vor keinem Zorne,
kämest wie der fromme Hund zum Herrn,
selig schmaustest du vom fetten Korne
und der Sonnenblume süßem Kern.

Ließest dich auf meine Schulter nieder,
und die Krume nähmst du mir vom Mund,
kehrtest traulich alle Morgen wieder,
und wir schlössen einen langen Bund,

Sumpfmeise

Schwanzmeise