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Unser Weg

in eine

andere Welt

Text 06 zu "Hilfestellung"

Das Wesen des Menschseins

Als wir am Wochenende an Bach und Teich fotografierten, näherte sich uns eine Horde Jugendlicher, Kleiner, Größere, Jungen und Mädchen.
Ich beobachtete, natürlich missbilligend, wie ein kleinerer Junge ein kleineres Mädchen an den Haaren über den Weg schleifte. Eingreifen? Ich verkniff es mir, da die Stimmung in der Gruppe mir nicht wirklich aggressiv erschien. Es dauerte nicht lange, bis sie uns umringt hatten.

Die Gelegenheit nutzte ich, um den Burschen auf seine "Heldentat" anszusprechen. Klar, er stand da ziemlich belämmert, die Anderen reagierten jedoch nicht negativ. Während ich fotografierte, fragte eine Stimme, WARUM wir die Steine fotografieren. Etwas überrascht fragte ich zurück: "Wer hat da gefragt?" Finger zeigten auf den Mädchenquäler, "Der da"! Meine Reaktion war spontan: "Du bist ja gar nicht so dämlich! Stell' Fragen, das bringt dich weiter". Dann erklärte ich ihnen unsere Arbeit.

Für mich war damit der "Fall" nicht abgeschlossen. Während einer ruhigen Stunde lief ein Film in mir ab. Ich hatte mir den Burschen geschnappt und ihm erklärt, was Menschsein bedeutet, endete mit den Worten: "Du kannst weiterhin das Schwächere bekämpfen und es noch schwächer machen - dann bleibst du ein "Tier". Du hast auch die Chance, dich den Schwachen zuzuwenden und zu helfen - dann bist du ein Mensch und kannst dich entwickeln".

Vielleicht war meine fiktive Ansprache einem etwa Zehnjährigen nicht angemessen. Von der Sache her gibt es hoffentlich keine Diskussion: Das schwache Tier wird gefressen, das kleinere Tier wird gefressen; allerdings geschieht das lebensfeindliche Verhalten nur im Rahmen eines natürlichen Arterhaltungstriebes und relativiert es. Der Mensch geht ohne Not, eben aus einem anderen Antrieb heraus, auf das Schwache los. Aber wir interessieren uns hier nur für den positiven Pol, die Zuwendung.

Zuwendung ist seit Anbeginn der Zeiten das Wesen jeder Menschlichkeit. Sie hat einerseits einen sozialen Aspekt, der ein helfendes Miteinander gestaltet, andererseits jedoch eine ganz persönliche Seite, indem man sich selber wichtig nimmt und eigene Verletzungen in den Mittelpunkt seiner Zuwendungen stellt. Das ist das Wesen von Heilung und Gesundung, Verletzungen in den Fokus stellen. Wer das kann, ist für mich - in einem übergeordentem Sinne - bereits gesund.

Ich möchte schließen mit einer Betrachtung über eine schwerwiegende Ursache von Verletzung. Sie geschieht in der Familie, durch Eltern, Verwandte und Bekannte. Nun fordert uns die Bibel auf, ungeachtet dessen die Eltern zu ehren. Bedeutet, über die Verursacher der Verletzung nicht nur den Mantel des Schweigens auszubreiten, sondern die Täter zu glorifizieren. DAS ist eine echte Krankheit, sozusagen eine Volkskrankheit. Nein, ich stelle hier niemanden an den Pranger. Es geht nicht um Beschuldigen oder gar Rache, sondern das Aufdecken einer Ursache, die verantwortlich ist für viele Verhaltensstörungen und körperliche Krankheiten. Es geht mir hier im Kern um "Frieden schließen" durch das Auflösen verborgener Ängste und Verwirrungen, nicht um VERteufeln, sondern um ENTteufeln.

Wenn das Verfahren mit der Entladung emotionaler Energie, an dem wir arbeiten, vom Ansatz her der richtige Weg ist, wird von die Informationen auf der traumatischen Ebene relativ unproblematisch bearbeiten können und damit seine Einstellung zum Leben, zur Gesellschaft und sich selbst neu gestalten können:
Um glücklicher zu sein.


Das werden nicht alle Menschen schaffen, einige nicht mal wollen, aber das Glück ist nach meiner Auffassung das Einzige, was wir dem Wahnsinn auf der Welt entgegen zu stellen haben.


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