Schmetterlingstage

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4. August 2011

Sonderseite Nr. 2

(Die Bilder vom Tagpfauenauge  gibt es auch im Galerie-Format)

Ehrlich gesagt würde ich lieber Schmetterlingseiten machen. Aber was hier im System mit den Schmetterlingen gemacht wird,

geht auf keinen Fall so weiter.

Manch einer wird vielleicht sagen, es käme auf ein paar Schmetterlinge mehr oder weniger nicht an. Das mag richtig sein, so wie es auf die Menschen nicht ankommt, die jeden Tag verhungern. Was ich glaube bzw. hoffe ist, dass der Planet Erde, den man auch
"Mutter Erde"
nennt, auf eine Botschaft wartet von Menschen, denen eben nicht alles egal ist:

Fortschritt muss kein Wahnsinn sein.

Da wir auf unsere 1. Sonderseite keine einzige Reaktion bekamen, wurde ich etwas unsicher und recherchierte das Thema "Mähen von Wildwiesen".
Ich bin kein Experte, weder zu Fragen der Umwelt noch zu biologischen Themen - eher blutiger Laie. Aber mein gesunder Menschenverstand funktioniert, und mein Herz kann fühlen, was richtig und falsch ist. Schmetterlingen Orte einzurichten, an denen sie leben und sich vermehren können, und ihre "Kinder" dann zu vernichten, KANN nicht richtig sein - so wie es falsch wäre, mit dem Rasenmäher über neugeborene Kinder zu fahren.

Die erste Frage lautet:
Warum muss eine Naturwiese gemäht werden?
Die einen sagen, sonst wird ein Wald darauf entstehen, die anderen sagen, die Erde braucht Licht. Eine weitere Aussage lautet: Der Boden muss "mager" sein und bleiben, damit darauf Wildblumen überhaupt gedeihen können - bedeutet mähen und den Schnitt abräumen, damit daraus kein Dünger werden kann.

Das erste Argument ist schlicht Unfug. Bis auf einer Wiese ein Wald entstehen kann, vergingen viele Jahre, und man könnte dem leicht begegnen, indem man die Setzlinge aus- und umpflanzt.
Das Argument Licht kann ich nachvollziehen - aber es greift nicht, wenn "vernünftig" gemäht würde.
Schließlich das Mähen wegen der Bewahrung der Bodenqualität. Auch hier gäbe es bei vernünftigem Mähen keinerlei Probleme. Zudem gibt es auch Wildpflanzen, die auf fetteren Böden gedeihen.

Die zweite Frage lautet:
Was ist nun "Vernünftiges Mähen"?

Ich habe von verschiedenen Ideen gelesen, die PRAKTIZIERT wurden und werden. Auf der Lothringen- Halde in Gerthe wurde es richtig gemacht: Über Winter blieben die Pflanzenreste (mit den Schmetterlingsraupen) stehen und wurden erst im Frühjahr (nach dem Schlüpfen?) gemäht. Eine gute Idee ist, nur Teile der Wiese zu mähen, und eine gute Idee ist, die Wiese nicht jedes Jahr zu mähen. Hier geht es ja nicht um das Aussehen einer Fläche, sondern um das Bewahren von Leben.
Für grundsätzlich richtig halte ich folgende Lösung:
So wenig mähen wie möglich, und auf jeden Fall zum richtigen Zeitpunkt. Bedeutet, pflegen mit einer Vernunft, die scheinbar noch nicht praktiziert wird.

Für richtig und wichtig halte ich auch das Anlegen weiterer Wildwiesen und Feuchtwiesen. Damit könnte sich manch ein Landwirt ehrliches Geld verdienen.
Als ich heute auf ein Feld zwischen Werne und Harpen fuhr, sah ich eine weitere Katastrophe:
Der Landwirt hatte nicht nur sein Feld, sondern auch alle am Wegesrand stehenden Wildpflanzen abgemäht. Diese Praxis, auch den letzten Halm abzuernten, hatte ich vorher bereits an mehreren Stellen beobachten können. Für mich wäre wünschenswert, wenn sich aus "Bauernschläue" ein Maß an Klugheit entwickeln würde.

Was die Schafherden betrifft, die über Naturwiesen getrieben werden, gibt es auch etwas zu sagen. Für mich ist diese Praxis untragbar. Schafe fressen alles (außer giftigen Pflanzen wie z.B. dem Jakobsgreiskraut), und was sie nicht fressen, treten sie platt. Zudem hinterlassen sie ihren Kot, was überhaupt nicht im Sinne der Pflege von Magerwiesen ist - sondern das Gegenteil bewirkt.
Die Landwirtschaftskammer NRW schreibt auf ihrer Seite:

Viele Naturschutzgebiete sind erst durch die Beweidung mit Schafen entstanden, da ihr Tritt und Verbiss in Kombination mit dem Entzug von Bodennährstoffen die Bedingungen schaffen, die viele selten gewordene Pflanzen- und Tierarten für ihr Überleben benötigen.


Vielleicht sollte der Verfasser diese Berichtes sich mal eine Naturwiese vor und nach einer Beweidung ansehen. Und er sollte wissen, dass, wenn er einen Schmetterling sieht, dieser nicht aus einem beweideten Gebiet stammen kann. Unsere Halde (und andere Gebiete) werden von "Beate" bewirtschaftet. Sie sammelt die Wildblumensaat und verteilt sie nach besten Kräften weiträumig. Ich könnte mir vorstellen, wie freudig sich Kinder an solchen Aktionen beteiligen würden.

Für das Wesen der "Roten Liste" wird es eine weitere Sonderseite geben, da mir das Gehabe einiger der so genannten/selbst ernannten Experten ziemlich übel aufstößt. Ein Dankeschön an Herrn Walter Schön, der mir zum Thema seinen Kommentar schrieb.


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